29. Mai 2019

Offene Stellen: Leichte Abkühlung

Wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mitteilte, gab es auf dem ersten Arbeitsmarkt im ersten Quartal 2019 bundesweit 1.380.300 offene Stellen … und damit rund 5 Prozent weniger als im davorliegenden Quartal. Nach zuvor fünf Rekorden in Folge entspricht der Stand aber immer noch dem Zweithöchsten seit dem Berichtsjahr 2011.

Die betriebliche Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich mit einem Plus von 15,96 Prozent zudem auf deutlich höherem Niveau als im ersten Quartal des Vorjahres (1.190.300 offene Stellen) und mit einem Plus von 8,25 Prozent sogar auf noch höherem Niveau als im Mittel aller Quartale des Berichtsjahres 2018 (1.275.050 Stellen) – dem Jahr mit den bislang meisten Stellenangeboten seit dem Berichtsjahr 2011.

Stellt man die Zahl der offenen Stellen im ersten Quartal 2019 der Zahl der im Mittel aller Quartale der letzten fünf Jahre offenen Stellen gegenüber (das waren 1.035.910), wird deutlich, dass sich die Nachfrage auf weiter anhaltend hohem Niveau bewegt.

Die Anzahl der Stellen, deren Besetzung mit Schwierigkeiten behaftet sind, dürfte damit auch in Zukunft weiter steigen. Im Jahr 2018 war das bei rund 44 Prozent der Neueinstellungen der Fall. Im Jahr 2014 lag der Wert bei nur 34 Prozent und im Jahr 2010 sogar bei lediglich knapp über 29 Prozent.

Mit 33 Prozent den größten Anteil an den Besetzungsschwierigkeiten hatte im Jahr 2018 im Übrigen der Umstand, dass sich zu wenige Kandidaten auf die offenen Stellen bewarben. Dieser Umstand wird wohl auch für die kommenden Jahre als Hauptursache der Schwierigkeiten zu erwarten sein.

Weitere ausgewählte Ergebnisse der Stellenerhebung für das erste Quartal 2019 im Überblick:

Besetzungszeitpunkt

  • 1.055.300 (76,45 %) sofort zu besetzende Stellen
  • 325.000 (23,55 %) später zu besetzende Stellen

Gemeldete Stellen

Der Bundesagentur für Arbeit gemeldete Stellen

  • 678.400 (49,15 %)

Stellenangebote nach Wirtschaftszweigen

  • 381.800 (27,66 %) Unternehmensnahe Dienstleistungen
  • 364.600 (26,41 %) Sonstige Dienstleistungen
  • 163.800 (11,87 %) Verarbeitendes Gewerbe
  • 130.400 (9,45 %) Handel und Kfz-Reparatur
  • 128.600 (9,32 %) Baugewerbe
  • 90.200 (6,53 %) Verkehr und Lagerei
  • 54.100 (3,92 %) Information und Kommunikation
  • 23.600 (1,71 %) Öffentliche Verwaltung/Sozialversicherung
  • 19.800 (1,43 %) Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
  • 13.400 (0,97 %) Land- und Forstwirtschaft
  • 9.900 (0,72 %) Bergbau/Energie/Wasser/Abfall

Stellenangebote nach Betriebsgröße

  • 407.000 (29,49 %) Betriebe mit 1 bis 9 Beschäftigten
  • 335.200 (24,28 %) Betriebe mit 50 bis 249 Beschäftigten
  • 234.900 (17,02 %) Betriebe mit 20 bis 49 Beschäftigten
  • 206.100 (14,93 %) Betriebe mit 10 bis 19 Beschäftigten
  • 125.100 (9,06 %) Betriebe mit 500 und mehr Beschäftigten
  • 72.100 (5,22 %) Betriebe mit 250 bis 499 Beschäftigten

Über die Erhebung

Das Institut erfasst mit seiner repräsentativen Betriebsbefragung viermal jährlich das gesamte Stellenangebot, also auch die Stellen, die nicht den Arbeitsagenturen gemeldet werden. Der Erhebung lagen die Antworten von rund 9.000 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche vor.

Quelle: Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB)